
1000-jährige Zeugen einer Beinschnitzerei und weitere Knochenartefakte aus Chur
Zwei Artikel zu Knochenfunden aus dem mittelalterlichen Chur
In Chur-Sennhof, am Rande der mittelalterlichen Altstadt und am Fuss des bischöflichen Hofhügels gelegen, konnten im Jahr 2020 die Überreste eines Geweih- und Knochenschnitzerhandwerks aus dem 11. und 12. Jahrhundert freigelegt werden. Obwohl Baustrukturen fehlten, barg die hochmittelalterliche Abfallschicht ein bemerkenswertes Fundensemble, das Rückschlüsse auf dieses Handwerk zuliess. Die Knochenartefakte - bestehend aus Werkabfällen, Halbfabrikaten und wenigen fertigen Produkten - belegen die örtliche Herstellung von Knochen- und Geweihplättchen, die wohl zum grössten Teil für die Auskleidung von Holzkästchen bestimmt waren.
https://doi.org/10.5169/seals-1088018
Die Funde von Chur-Hof ergänzen die bereits aus Chur-Sennhof bekannten Beinartefakte in wesentlichen Punkten. Während es sich in Sennhof vorwiegend um Werkabfälle handelt, die auf eine lokal tätige Werkstatt hinweisen, sind die Objekte aus Chur-Hof eindeutig als fertige Beschläge zu interpretieren. Unterschiede im verwendeten Rohmaterial sowie in der Qualität der Bearbeitung und Dekoration lassen nicht auf dieselbe Produktionsstätte schliessen, auch wenn zeitliche Überschneidungen nicht auszuschliessen sind.
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